zeitgemäße Bildung KopieIch durfte im Juli bei Schule in BWgungPilotschule und was dann? zu Lehrenden aus dem tabletBS-Projekt über Digitale Bildung im Jahr 2020 sprechen. Die Folien dazu möchte ich mit diesem Beitrag veröffentlichen und erläutern, weil mich einige Beobachtungen und Fragen im Bildungsbereich zunehmend beschäftigen, die ich mir in öffentlichen Debatten breit und vertieft diskutiert wünsche.

Weshalb das Ganze?

Dass die Technik in Schulen veraltet oder nicht vorhanden ist, gehört mittlerweile zum allgemeinen Konsens. Irgendwas mit digital, sagt man, sollte man mehr unterrichten, weil alles irgendwie mehr digital ist und wird. Und so schmückte man zum Beispiel vor einigen Jahren möglichst viele Klassenzimmer mit IWBs (Interaktive Whiteboards, auch als digitale Tafeln oder Smartboards bekannt), mit der Vorstellung, irgendwas getan zu haben, das irgendwie schon zu irgendeinem Ziel führen wird. Was aber schwammig oder gar nicht im Vorfeld formuliert wurde, konnte auch nicht erreicht werden. Deshalb sehe ich die Frage nach dem Warum als essentiell, am Anfang und roten Faden für eine vernünftige Entwicklung einer Vorstellung, was zeitgemäße Bildung sein soll, kann oder muss. Sie muss als Einzelperson, Schule, Kommune, Land und Bund immer wieder neu gestellt, diskutiert und (zeitgemäß) beantwortet werden: Weshalb das Ganze?
Alles, was automatisiert werden kann, wird automatisiert. Die putzigen Amazon Roboter (ehemals Kiva Systems), die über QR-Codes orientierend die Gänge von Lagerhallen entlang flitzen, werden gerne als Beleg für diese Aussage im Bereich Lagerlogistik gezeigt. Die ersten Videos wurden übrigens bereits 2008 hochgeladen. Im Prinzip stehen sie nur für einen Teil des Transportwesens, das zunehmend automatisiert wird. Das reicht von gigantischen, selbstfahrenden und miteinander vernetzten Lastwagen bis hin zum Transport von Menschen in selbstfahrenden Autos und Bussen. Dazu und noch mehr, kann man sich in diesem populären Video ansehen. Auch das Bauwesen erhält Unterstützung von Bots und riesigen 3D-Druckern, die innerhalb von 24 Stunden ganze Häuser hinstellen. Am meisten beeindrucken aber immer wieder die Ergebnisse des Robotik-Unternehmens Boston Dynamics, das 2013 von Google gekauft wurde, mit Atlas, HandleSpot oder Sand Flea. Abschließen möchte ich den Blick auf die Wirtschaft mit dem alltäglichen Leben, um die (nicht selten empfundene) vermeintliche Ferne dieser Technik zu relativieren. Damit meine ich die steigende Zahl an Schnellkassen in Geschäften oder Touch-Displays, auf denen man sich eine Fahrkarte buchen, Essen selbst zusammenstellen oder über Lokales informieren kann, die sich fast unbemerkt in unseren Alltag schleichen. Vergessen wir auch nicht den Onlinehandel, der in vielen Bereichen bereits für radikale Umbrüche gesorgt hat. Angefangen beim Zeitungssterben bis hin zu den vielen, kleinen lokalen Anbietern, die nach Lösungen suchen müssen, um im ungleichen Zweikampf neben Riesen wie Amazon & Co überleben zu können. Es häufen sich die Prognosen, dass Massen von Jobs durch den Einsatz von Robotern und Bots wegfallen werden. Ob und wie viel davon, wann eintreten wird, weiß ich nicht. Stephan Noller eröffnete vor einiger Zeit hierzu eine lesenswerte Debatte bei Facebook. Dass sich Arbeit und Anforderungen ändern werden, steht außer Frage und stellt nichts Neues dar. Was neu sein könnte, ist die Geschwindigkeit bzw. die Dynamik und die gesellschaftliche Tragweite. Sich auf etwas Unvorhersehbares vorzubereiten, scheint zumindest eine daraus resultierende Aufgabe zu sein.
Bildschirmfoto 2017-09-08 um 18.29.28Die ökonomische Perspektive allein genügt natürlich nicht, wenn man die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen durch den digitalen Wandel erfassen möchte. Die sich verändernden beruflichen Anforderungen und Bedingungen, werfen dabei einige Fragen auf. Wie bereite ich junge Leute auf Jobs vor, die es noch nicht gibt? Wie verändern die neuen beruflichen Anforderungen und Bedingungen das Leben einer Person als Individuum und Teil einer Gemeinschaft? Was wären und wie erreicht man für alle günstige Voraussetzungen? Wenn man bedenkt, wie die Erfindung des Buchdrucks das Zusammenleben innerhalb der Gutenberg-Galaxis revolutioniert hat, kann man sich die Auswirkungen durch weltweit miteinander vernetzte Computer bzw. die Personen dahinter erahnen. Auch in der Turing-Galaxis werden bestehende Strukturen aufgelöst und der Zugang zu Informationen mehr Menschen ermöglicht und vereinfacht. Das Smartphone und Tablet sind fassbar und ziehen dadurch in mancher Diskussion die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist aber das Internet, das den Wandel mit sich brachte und bringt. Wie wir kommunizieren, konsumieren, arbeiten, lernen, Ideen entwickeln, forschen, die Welt begreifen, wandelt sich. Durch soziale Netzwerke lesen wir nicht nur mehr Texte, sondern können mit denen, die sie verfasst haben, zeit- und ortsunabhängig diskutieren. Über Livestreams erhalten wir Bilder von nahezu jedem Fleck und Geschehen auf diesem Planeten. Die Karten der Deutungshoheit werden neu gemischt. Saßen wir noch gestern vor linearem Fernsehen und Zeitungen, bespielen wir heute selbst unsere Social Media-Kanäle mit Inhalten. Push-Benachrichtigungen im Sekundentakt. Wichtiges und Unwichtiges von allen und jederzeit. Die politischen Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene erscheinen durch die Kanäle sozialer Netzwerke nicht nur näher und greifbarer, sondern auch verknüpfter und komplexer. Das geografische Umfeld bestimmt nicht mehr allein die kulturelle Prägung und Sozialisation.

Und im Bildungsbereich?

Bildschirmfoto 2017-09-08 um 18.18.15„Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“ beschrieb ich es in meinem Vortrag in Neckarsulm. Eine, meine Beobachtung der letzten Jahre, die ich kurz begründen möchte. Wenn man einen Blick auf die Fortbildungsangebote wirft oder sich an Veranstaltungen zum Thema Digitale Bildung die Programme durchliest, scheint die einzige Veränderung das Adjektiv digital zu sein. Man preist digitale Lerntheken, digitale Arbeitsblättern oder digitale Lerntagebücher an. Anstatt gedrucktem Papier im BILLY-Regal sammelt man nun Listen mit Apps und Tools in Clouds. Mit Toolifizierung, möglichst häufig und viele neue Medien (wobei hier fälschlicherweise neue Medien mit Technik gleichgesetzt und Medien als Werkzeuge verstanden werden) einzusetzen, und Quizzifizierung, Wissen über den Nürnberger Trichter in Form von Quizzen zuzuführen, führte Lisa Rosa zwei Begriffe ein, die eine weitere Entwicklung kritisch beschreiben. Auch das populäre SAMR-Modell, das mit seiner niederen Einstiegshürde motivieren und als Brücke zu neuen Lehr- und Lernszenarien führen soll, klang für mich nur anfangs schlüssig. Mittlerweile befürchte ich, dass es ein falscher Ansatz ist, weil er den Fokus auf das Digitale lenkt und Phänomene wie Toolifizierung und Verquizzung nicht nur begünstigt, sondern echte Innovation bremst, wenn nicht sogar verhindert. Das gängige Argument klein anzufangen kann zu klein denken verleiten und die mögliche Überforderung der neuen Technik, die das stufenweise Heranführen begründet, wird meiner Meinung nach mit Neues zu denken verwechselt.* Die Bezeichnung Digitale Bildung hat sich zwar in den letzten Jahren als praktische Verkürzung für Ankündigungen von Veranstaltungen, Vorträgen, Fortbildungen und auch als Hashtag durchgesetzt, trägt aber einen Teil dazu bei, dass notwendige Neuerungen in der Bildung, bedingt durch den digitalen Wandel, gedanklich auf ein digitales Add-on reduziert werden. Deshalb fordern manche auch gerne ein neues Fach oder eine neue Kompetenz, die zum bisher Bestehenden einfach hinzufügt werden soll. Ich glaube, dass es einen anderen Begriff benötigt, der zum Denken im großen Ganzen anregt. Meine vor Monaten verfasste, kurze Begründung, weshalb ich mich für zeitgemäße Bildung entschieden habe, möchte ich um folgende Punkte ergänzen:

  • weil zeitgemäße Bildung einen nie endenden Entwicklungsprozess beschreibt
  • weil zeitgemäße Bildung sich an aktuellen Herausforderungen misst
  • weil zeitgemäße Bildung für eine Gesamtbetrachtung steht
  • weil zeitgemäße Bildung immer wieder eine Reflexion einfordert
  • (weil zeitgemäße Bildung uns das Bildung 2.0, 4.0 und x.0 erspart)

(Seit einem halben Jahr begleitet mich dieser Ausdruck bei allen Gedankengängen und hat bisher jeder erneuten Überprüfung standgehalten.)

Wofür steht zeitgemäße Bildung?

Bildschirmfoto 2017-09-08 um 18.18.52Zeitgemäße Bildung orientiert und reflektiert sich immer wieder neu an allen Herausforderungen gesellschaftlicher Entwicklung, die aus dem digitalen Wandel resultieren. Sie sucht in einem neuen Lehr- und Lernverständnis nach Antworten auf alle Fragen, die sich aus den oben angerissenen Legitimationen stellen. Lernen als lebenslanger Prozess, der nicht an Zeit und Ort gebunden ist und in einem persönlichen Lernnetzwerk stattfindet. Das 4K-Modell des Lernens sehe ich momentan als eine Möglichkeit, junge Menschen auf das vorzubereiten, das sie heute und morgen erwartet. Was ich darunter verstehe, habe ich hier verschriftlicht. Zeitgemäße Bildung unterscheidet beim Lernen nicht zwischen einzelnen Fächern, Klassen, Schularten oder formaler und non-formaler Bildung. Das Web nimmt dabei eine bedeutende Funktion ein. Die Rolle des Lehrenden und Lernenden ist flexibel und kann wechseln. Zeitgemäße Bildung braucht Räume für Lernprozesse mit Trial and Error. Räume, um neue Konzepte zu entwickeln oder Projekte durchzuführen. Nur neue Prüfungsformate und Bewertungsansätze werden diese Räume ermöglichen. Zeitgemäße Bildung leitet eine Epoche der zweiten Aufklärung ein und strebt eine Mündigkeit an, die unsere Gesellschaft aus der Beobachterstellung befreit und zur Mitgestaltung des digitalen Wandels befähigt.  Beginnen wir damit.

 

*In einer Barcamp-Session an meiner Schule tauschte ich mich mit meinem Kollegium, das bezüglich Thematik rund um den digitalen Wandel keine führende Rolle spielt, zu zeitgemäßer Bildung aus. Dabei unterschieden sich ihre Fragen und Folgerungen stark von denen der Digitale Bildung-Community im Netz. Es ging um gesellschaftliche Veränderungen und wie man ihnen begegnen kann. Es ging nicht um Apps oder mobile Endgeräte, sondern um Menschen, Ethik oder Umwelt. Alles wurde in Frage gestellt und Neues angedacht. Eine Überforderung konnte ich nicht feststellen – im Gegenteil. Sie hatten Spaß daran, gedanklich auszubrechen und nach möglichen Lösungen in unserem Rahmen zu suchen. In der über Jahre geführte Debatte im Netz, wie man in Schulen Digitale Bildung vorantreiben kann, traf ich häufiger auf den Standpunkt (den ich auch lange Zeit vertrat), dass neben den der fehlenden Technik die Überforderung ihrer Anwendung die größte Hürde sei. Dass der digitale Wandel nicht als kulturelle Revolution wahrgenommen wird, liegt vielleicht aber auch daran, dass man ihn durch den Fokus auf die Technik in eine Nische gedrängt hat, der den Blick auf die Gesamtheit erschwert. Möglicherweise werden die vielen Lehrer_innen, die noch nicht im Web populär stattfinden, die kritische Masse für zeitgemäße Bildung einleiten, weil sie sich an der gesellschaftlichen Notwendigkeit und den daraus resultierenden Fragen orientieren. Gestern sprach ich in einem Podcast mit Jöran über diese These, die er mit folgendem Satz zusammenfasste: Die Speersitze der Digitalen Bildung wird nicht die der zeitgemäßen Bildung sein.

checklist-1622517_1920Immer wieder tauchen in der Bildungsfilterblase der sozialen Netzwerke ausführliche Listen auf, die das Wesentliche, das bedingt durch den digitalen Wandel eingesetzt, gelehrt bzw. gelernt werden muss, zusammenfassen sollen. Aktuell kursiert folgender Vorschlag der Europäischen Kommission. Sind aber diese tabellarischen Übersichten nicht ein Relikt und objektivistischer Lösungsansatz der Gutenberg-Galaxis? Macht es überhaupt Sinn, in einer sich rasant wandelnden Welt, solche vermeintlich allgemein gültigen Listen anzulegen? Tragen sie nicht sogar dazu bei, dass Lehrende nicht für sich oder mit dem Kollegium für die Bildungsinstitution über einen längeren Lernprozess eigene temporär gültige Vorstellungen, die immer wieder an den gesellschaftlichen Wandel und den des Kollegiums angepasst werden, entwicklen? Müssen nicht auch Lehrende zeitgemäß lernen? Listen geben vor und bieten wenig/keine Anreize oder Raum für eigene Fragen und Ergebnisoffenheit.

Als Argument wird meist aufgeführt, dass sie Menschen, die frisch in die Thematik einsteigen wollen, zur Orientierung oder als Stütze dienen sollen. Dabei zeigt die Praxis, dass Schulen, wenn sie Konzepte zu einem neuen Aufgabenfeld ausarbeiten müssen, gerne komplett und unverändert bestehende Entwürfe übernehmen. (Das liegt nicht an deren Bequemlichkeit, sondern daran, dass für solche von oben angeordneten Zusatzaufgaben in der Regel keine zusätzlichen Stunden zur Verfügung gestellt werden.)  Ich habe tatsächlich, in der Tradition als Lehrer und Sammler, zu Beginn alle möglichen Auflistungen von digitalen Tools und Empfehlungen gehortet. Benutzt habe ich sie selten bis nie, weil sie zu umfassend waren oder mich schon optisch erschlugen. Meine aktuelle Vorstellung zeitgemäßer Bildung und mein technisches Know-how habe ich über ein persönliches Lernnetzwerk in einem nie endenden Prozess erarbeitet. Vielleicht sollten wir die knappe und kostbare Ressource Zeit lieber in den Auf- und Ausbau persönlicher Lernnetzwerke und das Netzwerken investieren.

Foto 09.04.17, 08 51 07Am Freitag hielt ich beim educational Barcamp der Universität Freiburg (Mehr dazu hier und bei Twitter unter dem Hashtag #fredu17.) eine Session zum Thema Lehren und Lernen im 21. Jahrhundert, die etwa nach der Hälfte der Zeit von zwei, drei Leuten „gesprengt“ wurde, weil sie die Debatte in eine Richtung lenkten, die ich bei einem Barcamp weder erwartete noch für zielführend halte. Nachdem große Bedenken bezüglich der Gewährleistung von Datenschutz geäußert wurden, stellte man den Mehrwert Digitaler Bildung grundsätzlich in Frage, indem man Studien forderte, die diesen belegen sollen. Die restliche Zeit des 45 minütigen Zeitfensters gelang es mir leider nicht mir in die anfängliche Spur der Debatte zurückzukehren. Meine persönliche Unzufriedenheit und die Gespräche hinterher, in denen zahlreiche Session-Teilnehmer*innen mir ebenfalls ihr Bedauern über die Entwicklung mitteilten, warfen in mir die Frage auf, ob und wie man zukünftig verhindern kann, dass Diskussionen über Digitale Bildung in ideologischen Grabenkämpfen enden. Dabei scheinen zwei Faktoren eine bedeutende Rolle bei der Strategiesuche zu spielen: Die am Gespräch beteiligte/n Person/en und die Gründe, weshalb Bedenken geäußert werden. In meinem letzen Fall waren das ca. 30 Menschen aus dem Hochschulbereich und der Wirtschaft, die mit sehr differenziertem Vorwissen und Interesse vor Ort waren. Bei Gruppen sympathisiere ich aktuell mit der Strategie, die Menschen, die den Weg der Digitalen Bildung frisch beschreiten (möchten) oder für einen Austausch offen sind, nicht abzuschrecken und (weiter) zu motivieren, indem man eine solche Debatte durch ein kurze und für einen Großteil sofort einleuchtende Begründung der Notwendigkeit von Digitaler Bildung abschließt; und zwar so, dass im Anschluss ein kontroverser Diskurs mit den Bedenkenträger*innen für alle Beteiligten weiterhin möglich erscheint. Hierfür startete ich in sozialen Netzwerken gestern einen Aufruf, die besten Gründen für Digitale Bildung in diesem Etherpad festzuhalten. Ich freue mich über jede weitere Beteiligung. Um das Ergebnis zu sichern und einen weiteren Austausch zu begünstigen, werde ich alle dort genannten Argumente mit den freiwilligen Personenangaben unter diesem Beitrag verlinkt veröffentlichen.
Die Argumente Datenschutz und (fehlender) Mehrwert habe ich in den Debatten der letzten Jahre häufig als Verhinderungsdiskurs erlebt, der immer in einer Sackgasse endete, weil die Parteien lediglich ihre Positionen bestätigen und nicht miteinander, sondern gegeneinander sprachen. Weil Ängste oder (negative) persönliche Erfahrungen nicht selten geäußerte Bedenken begründen, sind solche Gespräche emotional aufgeladen und drohen auf der sachlichen Ebene weder zu beginnen noch zu enden. In 1:1-Situationen tendiere ich momentan dazu, mehr zuzuhören und nachzufragen, um die Beweggründe zu erfahren. Wenn ich Argumente formuliere, versuche ich nur solche zu verwenden, die nicht deren Vorstellung angreifen, sondern meine bewerben. Das kostet viel Zeit und Kraft. Meine begrenzten Ressourcen investiere ich deshalb mittlerweile mehr in Leute, die Unterstützung wünschen oder offene, kontroverse und zielführende Debatten suchen. Und welche Strategie/n verfolgst du?

(Ich bin mir dessen bewusst und bitte das zu entschuldigen, dass Bedenkträger*innen begrifflich stark verkürzt eine Gruppe von Menschen beschreibt, die ich als solche subjektiv wahrnehme. Die Verkürzung soll aber keine (Ab)Wertung darstellen, sondern lediglich eine Vereinfachung, weil ich den Fokus auf die Sache und nicht die Personengruppe richten möchte.)

Die besten Gründe für Digitale Bildung

(Immer wieder werden wir (als nach vorne blickende Menschen) in Diskussionen verwickelt, in denen die Notwendigkeit Digitaler Bildung grundsätzlich in Frage gestellt wird. Deshalb bitte ich euch, hier nur euren besten Grund oder größten Antrieb zu notieren, um so vielleicht eine Sammlung guter Argumente zu erhalten, die uns nicht nur für die nächste Debatte rüstet, sondern vielleicht auch dazu bewegt, die eigene Motivation oder aktuelle Haltung neu zu durchdenken. Würde mich freuen, wenn ihr zu eurer Begründung auch den Namen dazuschreiben würdet, um eventuell darauf eingehen bzw. nachfragen zu können. Muss aber auch nicht sein.)

Mein Beitrag hierzu: Der digitale Wandel ist unumkehrbar und stellt uns vor komplexe Herausforderungen, die mit dem bisherigen Verständnis von Lehren und Lernen nicht lösbar sein werden. Ein Ziel muss es sein, die zukünftigen Generationen zu befähigen, unbekannte Hürden in einem sich ständig wandelndem Feld zu meistern.

  1. Bob Blume: Digitale Bildung impliziert das Verständnis einer komplexer werdenden Welt, deren Reflexion und diskursive Zusammenhänge zunehmend online verhandelt, bestätigt und kritisiert werden. Digitale Bildung ist heutzutage vor allem auf sprachlichen Zusammenhängen basierende Gesellschaftspolitik. Ohne sie ist ein Verständnis der Welt nicht möglich.
  2. Richard Heinen: Schule hat immer schon die Aufgabe auf das Leben in der Welt vorzubereiten und zwar auf die Welt wie sie heute ist und morgen sein wird. Nicht wie sie gestern war.
  3. Digitale Medien sind ein normaler Evolutionsschritt. Da brauchts keiner Argumente.
  4. Mrs. Meyr: Ziel von Schule ist es, Lernende auf die heutige und die zukünftige Lebenswelt vorzubereiten – das geht nur mit „Digitaler Bildung“. Außerdem kann man Lernprozesse mit Hilfe digitaler Medien effizienter und vielschichtiger gestalten.
  5. Andreas Ott: Digitalisierung ändert unsere Gesellschaft und Arbeitswelt von Grund auf. Um unsere Schüler auf diese Zukunft vorzubereiten, haben wir (vor allem als berufliche Schule) die Aufgabe, sie mit dem Wissen und den Fertigkeiten auszustatten, die sie benötigen, um fit für den Beruf und die Zukunft zu werden. Diese Aufgabe hatte Schule übrigens schon immer.
  6. Christiane Schicke: Wir brauchen digitale Bildung, weil ohne sie eine vollständige Teilhabe an unserer Gesellschaft nicht mehr möglich ist.
  7. Digitale Bildung muss in der Schule vermittelt werden, weil sie die einzige Institution ist, die (zumindest theoretisch) alle Menschen unter 16 erreicht.
  8. Christian Wettke: In einer zunehmend digitalisierten Welt haben digitale Medien das gedruckte Wort als Leitmedium abgelöst. Wir als Schule haben seit jeher die Aufgabe, unsere Schülerinnen und Schüler zu mündigen und teilnahmefähigen Mitgliedern der Gesellschaft mitzuerziehen. In einer digitalisierten Gesellschaft braucht es für diesen Erziehungs- und Bildungsauftrag „Digitale Bildung“. Noch dazu ist die Lebenswelt der meisten Kinder und Jugendlichen stark digital geprägt. Die Schule hat als Institution hier die Chance, durch digitale Bildung die Schülerinnen und Schüler „dort abzuholen, wo sie sind“ und die Zukunft der Bildung aktiv mitzugestalten.
  9. Ines Bieler: Bildung ist weder digital noch analog. Wenn ich als Lehrkraft für gute Bildung verantwortlich bin, wähle ich meine Methoden, Tools entsprechend den Erfordernissen und zwar wähle ich die aus dem Repertoire, das mir zur Verfügung steht. Im 21. Jahrhundert sind das auch digitale Werkzeuge. Warum also nicht? Es sollte so selbstverständlich sein wie Füller, Bleistift und Papier.
  10. Elke Noah: Die Schule muss die SuS bei der Digitalisierung der Gesellschaft begleiten. Schule soll SuS befähigen, selbständig denkend und handelnd an der Gesellschaft teilzunehmen. Das wird nur gelingen, wenn die Schule auch in digitalen Belangen mitzieht.
  11. Philippe Wampfler: Schule basiert auf Kommunikation. Kommunikation läuft heute in einem professionellen Setting primär und zu großen Teilen digital.
  12. Christoph Schmitt: Digitalisierung ist kein technologisches Ereignis, sondern eine kulturelle Entwicklung. Und zwar eine enorm vielschichtige, rasante und unumkehrbare. Um sich da zurechtzufinden, braucht’s Digital Literacies. Neue Lesarten von Welt, Mensch, Leben. Ganz anders als bisher. 
  13. Die Digitalisierung findet statt. 
  14. Mike Müller: Bedenkt man, wie stark die Digitalisierung schon jetzt unser Leben beeinflusst, z.B. durch Social Bots oder Fake News, ist Digitale Bildung unabdingbar, um unsere Schüler auch weiterhin zu mündigen Bürger zu erziehen, die sich in der digitalen Welt auskennen.
  15. Thomas Spahn: The revolution will not be televised – and it won’t stop in front of our school gates.
  16. edulabs: Digitale Bildung eröffnet didaktisch neue Möglichkeiten: Mit digital gestützten Methoden lässt sich vieles (leichter/anders/neu) umsetzen, was schon länger gefordert wird: Kollaboratives, projektorientiertes Arbeiten, Binnendifferenzierung, Inklusion.
  17. Damian Duchamps: Über viele Jahrhunderte sammelte man das Wissen der Welt auf Papier zwischen den Deckeln von Büchern. Wissen entstand in kleinen Stuben, Instituten und im papierschriftlichen und mündlichen Austausch. Diese Prozesse wandern wie die Sammlung von Wissen zunehmend in den digitalen Raum. Neue Formen von Wissen entstehen, etwa durch die Kombination unvorstellbarer Mengen an Daten. Bildung muss diesem Wandel folgen, um Menschen den Zugang zu ermöglichen. Ein System, das das Digitale aus Bildung ausklammern möchte, wird Benachteiligte hervorbringen. Für mich ist das vergleichbar der Rolle von Latein. Über eine lange Zeit wurde auf Latein gepredigt, war die Bibel für einfache Menschen unverständlich. Die normalen Menschen verstanden kein Latein, da es ihnen niemand beibrachte. Eine Welt blieb ihnen in großen Teilen verschlossen. Manche brachten es sich selbst bei, wenn sie die Möglichkeit hatten. Ohne digitale Bildung wird es wieder diese Spaltung der Gesellschaft geben.
  18. Nina Oberländer: Digitalisierung ist ein Mindset (mir fehlt eine gute Übersetzung für den Begriff). Es bedeutet vernetzt denken zu können, durch Wissen und Information navigieren zu können, als menschlicher Filter und Verteiler für Information agieren zu können, mit Komplexität umgehen zu können, Muster zu erkennen und mit Multi-Logik statt linearem Denken zu arbeiten. Das derzeitig vorherrschende Schul-System dient eher dem Ziel gleichzumachen – durch einheitliche Beschulung und Notensysteme, Beurteilungen von einer Instanz – dem Lehrer, der Lehrerin. Für die Zukunft brauchen wir viel kreative und ungewöhnliche Lösungen, Vertrauen in uns selbst, Wissen um unsere Kompetenzen und die Fähigkeit in der Vernetzung mehr zu können als allein. Im Sinne der Zukunft der Einzelnen aber auch im Sinne der gesamtgesellschaftlichen Zukunft brauchen wir Digitale Bildung oder wie ich eher sagen würde Vernetzte Bildung.
  19. Beat Rueedi: Endlich barrierefreies Lernen unterwegs.
  20. Peter Ringeisen: Auch wenn es nur die Verbreitung von Text- und Bildgrundlagen für Unterrichtszwecke beträfe, wäre es sinnvoll, digitale Medien der Hektographie, dem Episkop und dem auf Filmspulen festgehaltenen Bewegtbild vorzuziehen, weil die damit erstellten Texte, Hörtexte, Bilder, Filme und multimediale Präsentationen flexibler zu handhaben und ästhetischer zu gestalten sind. Hinzu kommt zum einen, dass mit digitalen Medien eine neue Qualität weltweiter Kommunikation möglich wird, die den Schülerinnen und Schülern nicht vorenthalten werden sollte, und zum anderen, dass die von Schülerinnen und Schülern mithilfe digitaler Medien erstellten Produkte eine Mehrdimensionalität erreichen können, die vernetztes Lernen gestatten und abbilden.  – [Nach nochmaligem Lesen der Aufgabenstellung:] Vernetzte Bildung (wie Nina Oberländer).
  21. Torsten Becker: Variatio delectat.
  22. Jürgen Drewes und Lisa Rosa: Kollaboration – Kommunikation – Kreativität – kritisches Denken.
  23. Hannelore Reitmeyer: Mit digitalen Werkzeugen wird es möglich, Bildung und Wissen im Massenformat (automatisches Feedback, Online-Vorlesungen ect.) zu vermitteln. Dabei ist es notwendig,  nicht nur das „traditionelle “ Wissen zu vermitteln, sondern auch das Wissen über die Prozesse, die im Hintergrund der digitalen Lebenswert ablaufen (Überwachung, technische Abläufe, mathematische Grundlagen). Wird dieses Wissen nicht (zumindest rudimentär) in der breiten Masse der Bevölkerung verankert, besteht die Gefahr, dass bald nicht mehr wir die Algorithmen , sondern die Algorithmen uns beherrschen. Orwell und Co lassen grüßen.
  24. Rüdiger Fries: Bildung erschließt den Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe und zu einer selbstbestimmten Lebensführung. Um dieses Versprechen auch in Zukunft einlösen zu können, brauchen wir ein Grundverständnis von den epochalen gesellschaftlichen Veränderungen durch die zunehmende Mediatisierung und Digitalisierung. Wir müssen uns vergegenwärtigen, wie unter ihren Bedingungen gelernt, gearbeitet und gelebt werden kann.
    Insgesamt stehen Jugendliche vor der Herausforderung, sich auf eine immer komplexere Welt mit immer weniger vorhersehbaren Entwicklungen und individuellen Lebensplanungen einstellen zu müssen. Bildung muss Schülerinnen und Schülern deshalb auch Orientierung sowie eine kritische und aktive Teilnahme an gesellschaftlichen Entwicklungen ermöglichen.Dafür ist Medienbildung notwendig. Verstanden als Fähigkeit zur Reflexion in mehrfacher Hinsicht; nämlich mit Blick auf medienethische Prinzipien, gesellschaftliche und kulturelle Konsequenzen einer digital und medial geprägten Welt sowie die eigene Medienpraxis. Außerdem umfasst Medienbildung eigene Informations- und Gestaltungskompetenz sowie den eigenständigen und kreativen Umgang mit Medien. Jugendliche sollten einen Weg finden, von bloßen Konsumentinnen und Konsumenten des Digitalen zu Macherinnen und Machern zu werden und lernen, wie sie ihre Zukunft aktiv und individuell mitgestalten. Darüber hinaus erleichtern digitale Medien die Umsetzung von Lehr- und Lernformen, die Lehrkräfte darin unterstützen, den Unterricht so zu gestalten, dass Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen weitgehend selbstbestimmt und eigenverantwortlich erwerben sowie die Fähigkeit zu Kreativität, kritischem Lernen, Kooperation und Kommunikation entwickeln können. – [So steht es auch im Landeskonzept Medienbildung des Saarlandes]
  25. Christian Dorn: Die Digitalisierung ist ein komplexer gesellschaftlicher Prozess und will gestaltet werden. Wer aber an der Gestaltung konstruktiv mitwirken will, muss die zugrunde liegenden Mechanismen nicht nur im Alltag anwenden können, sondern auch durchdringen. Die Lernenenden müssen dafür auf eine Digitale Bildung zurückgreifen können.
  26. Marc Langebeck: Der Lebensweltbezug beim Lernen ist Grundvoraussetzung für den Aufbau von Wissen. Da die SuS sich permanent in ihrer kleinen begrenzten digitalen Welt bewegen, hat Schule die Verpflichtung diese Welt zu erweitern, zu sichern und zu erklären. Sich gemeinsam dieser Herausforderung zu stellen, ist alternativlos.
  27. Walter Staufer: Der digitale Wandel findet statt. Wir nehmen über Medien an der Gesellschaft teil. Aber wir müssen über digitale Bildung die Prinzipien verstehen, um den digitalen Wandel zu gestalten.
  28. Thorsten Puderbach: Die Digitalisierung ist da und als Lehrer ist es unsere Pflicht, die Schülerinnen und Schüler auf die aktuelle aber vor allem neue Welt vorzubereiten. Als Schule haben wir die Wahl diese Vorbereitung (im Sinne einer Digitalen Bildung) aktiv mitzugestalten oder später (evtl. korrigierend) hinterherzulaufen.
  29. Maxim Loick: Die digitale Sphäre lernt grundlegend anders als wir das aus der Schule unserer Tage kennen: Abgucken ist im digitalen Grundvoraussetzung, während es in der Schule als Betrug gebrandmarkt wird.
  30. Endlich Ruhe! Geistige Arbeit darf in Ruhe und hoch individualisiert vollzogen werden. Wir brauchen aber dafür auch andere Lernräume, eine andere päd. Architektur.
  31. Jochen Gollhammer: Gesellschaften ändern sich, Technik ändert sich, das Bildungssystem ändert sich. Es erscheint völlig unlogisch und unrealistisch, dass die Digitalisierung vor Bildungseinrichtungen halt macht. Gleichwohl sehe ich im digitalen Lernen bzw. der digitalen Bildung keine Bildungsrevolution. Für mich ergeben sich damit nur mehr Möglichkeiten im Unterricht mein Repertoire zu erweitern. Eine Symbiose aus analogem und digitalem Unterricht erscheint mir erstrebenswert. Im Mittelpunkt muss weiterhin die Schülerin und der Schüler stehen.
  32. Enno Schröder: Lasst uns endlich die Vorteile der digitalen Revolution uch in der Schule sinnvoll nutzen, als immer nur die Gefahren in den Vordergrund zu stellen. Datenschutz muss auch sein, sollte aber nicht alles ausbremsen. Außerdem muss Lehren und Lernen vollkommen neu überdacht werden, das fängt schon bei den Räumlichkeiten in der Schule an. Und noch eins, Lernen nimmt einem keiner ab, es braucht Anreize und lebenslange Neugierde bei Schülern und bei Lehrern.
  33. Saskia Müller: Dabei sind diese kritischen Töne, so selbstverständlich uns das Kritisierte heute erscheinen mag, durchaus ernst zu nehmen. Dass ausgerechnet der Stammvater der westlichen Denkkultur, Sokrates, im Dialog mit Phaidros auf jene Kulturtechnik der Schrift einteufelt, die ihn dank seines Schülers Platon heute noch rezipierbar sein lässt, erscheint nur auf den ersten Blick absurd. Auf den zweiten ist gerade das, was Sokrates in seiner Schilderung eines Gesprächs den altägyptischen König Thamus sagen lässt, unvermindert bedeutsam: „Nicht also für das Erinnern, sondern für das Gedächtnis hast du ein Hilfsmittel erfunden. Von der Weisheit aber bietest du den Schülern nur Schein, nicht Wahrheit dar. Denn Vielhörer sind sie dir nun ohne Belehrung, und so werden sie Vielwisser zu sein meinen, da sie doch insgemein Nichtswisser sind und Leute, mit denen schwer umzugehen ist, indem sie Scheinweise geworden sind, nicht Weise.
  34. Mathias Aebischer: Angesichts der allgemein anerkannten Notwendigkeit lebenslangen Lernens ist klar, dass Vor- und Nachwissen der Lernenden sich zunehmend unterscheiden werden. Wir brauchen deshalb eine individuellere Lernbegleitung als mit traditionellem Unterricht alleine realisierbar wäre. Die Digitalisierung ist folglich Voraussetzung zur Skalierung individueller Bildung. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht zielführend alle Kinder auf denselben Bildungsstand zu bringen, ungeachtet ihrer Begabungen – obwohl natürlich ein breites Fundament gelegt werden muss. Doch wenn alle dasselbe können sollen, dann produziert unser Bildungwesen nur Mittelmass.
  35. Sara-Sophie Scharnhorst: Es ist Unsinn einen Bereich des Lebens in der Schule auszuschließen, zumal der Bereich des Digitalen  sehr zur Kreativität und kritischem Denken anregt. Letztlich ist es eine Frage, welchen Menschen wir haben wollen: Den Abnicker bzw. einen an das System angepassten Menschen, oder einen, der das System (oder die Systeme, in denen der sich bewegt) kritisch hinterfragt und zu einer gewissen Mündigkeit sowie Kreativität und Mitgestaltung fähig ist?  Letzteres ist nicht zu erreichen, wenn man den (Lebens-) Bereich des Digitalen aus der Schule verbannt. Dieses Video verbildlicht es schön: https://www.youtube.com/watch?v=kQjtK32mGJQ
  36. Vom Verbot und der Verteufelung digitaler Medien lernen Kinder nicht den verantwortungsvollen Umgang mit diesen. Vielmehr ist es unsere Aufgabe, in der Schule eine mediale Ethik zu entwickeln und die großartigen Möglichkeiten individualisierten Lernens unseren Kindern als Chance für ihr Leben nahe zu bringen. (neumann279@googlemail.com)
  37. Wir sollten endlich die Kompetenzen, die sich Kinder und Jugendliche weitestgehend ohne Eltern und Schulen angeeignet haben, für Lernprozesse nutzen. Ein belehrender Unterricht wird dabei kontraproduktiv sein. Pädagogische Kreativität ist die Herausforderung der Gegenwart und Zukunft. (thtthi@aol.de)
  38. Christine Kolbe: Jugendkultur im 21. Jh. ist Digitalkultur – Lernumgebungen tun gut daran, sich mit den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen zumindest überschneidend zu verbinden.
  39. Tom Mittelbach: Die Entwicklung des Digitalen ist exponentiell. Es ist eine Revolution im Gange. Es existiert nun ein weiteres Leitmedium. Wer sich digitaler Bildung/Weiterbildung verschließt, der verschließt sich der Zukunft. In naher Zukunft wird die künstliche Intelligenz normal sein und das wird geschehen . Unabhängig davon, ob Einzelne dies gut heißen oder nicht. Ob die politischen Verantwortlichen sich endlich politisch einmischen in die Gestaltung der digitalen Zukunft. Wir dürfen dieser Zukunft nicht einzig den global Playern überlassen. Bildung hat mit der Lebenswelt der Adressaten zu tun und mit der eigenen. Somit muss sie digital sein, nicht ausschließlich, das ist die Welt auch nicht, aber eben doch.